Data Warehouse: Ähnlich einem Warenhaus – jederzeit Daten abrufen können

Unter dem Stichwort ‚Data Warehouse‘ versteht man einen unternehmensinternen Datenbestand, der durchgängig konsistente, zuverlässige, genaue und verständliche Informationen an die Benutzer liefert. Es handelt sich um ein zentriertes, informationsgestütztes Datenbanksystem, aus dem sich die autorisierten Nutzer – ähnlich wie in einem Warenhaus – jederzeit Daten abrufen können. Damit soll die unheimliche Fülle an Informationen, die heutzutage in einem Unternehmen zusammenlaufen, bewältigt werden, um sie sinnvoll und effizient aufzuarbeiten und für Entscheidungsträger zur Verfügung zu stellen. 

Umfang eines Data Warehouse 


Idealerweise enthält ein Data Warehouse sämtliche unternehmensinternen und -externen Daten; die Spannbreite reicht damit von spezifischen Kundendaten über Produktionsinformationen bis hin zu Marketingauswertungen etc. Da dadurch ein sehr komplexes und umfangreiches System entsteht, das bei laufender Unternehmenstätigkeit auch ständig wächst, ist es üblich, das Data Warehouse in seiner Gesamtheit noch zusätzlich in sogenannte Data Marts, d.h. kleinere Abteilungen mit zusammengehörigen Informationen, zu unterteilen. Somit kann z.B. der Leiter des Rechnungswesens schneller und effizienter an die gewünschten Daten gelangen. Dazu stehen außerdem spezielle Softwaretools zur Verfügung, die die Abfrage, Analyse und sogar Präsentation der Informationen ermöglicht.

Data Warehouse
Abb.: prozessorientierte Sicht eines Data Warehouses


Die vom Management festgelegte Strategie des Unternehmens wirkt bestimmend auf alle Geschäftsprozesse. Operative Informationssysteme führen die entsprechenden Abwicklungen durch. Die daraus gewonnenen Daten werden in das Data Warehouse gespeist, wo sie durch Auswertung und Analyse neue Erkenntnisse liefern und somit auf eine Verbesserung der Strategien hinwirken können. Diese prozessorientierte Sicht dient also der stetigen Kontrolle und Anpassung der Unternehmenshandlungen durch die bloße Sammlung und Auswertung der bereitstehenden Daten. 

Nutzen einer Data Warehouse-Software

Das Data Warehouse dient in erster Linie dem Managemant und ist keineswegs für alle Mitarbeiter eines Unternehmens zugänglich. Die richtige Organisation und Harmonisierung der Daten sowie die kontinuierliche Berücksichtigung der Qualitätsanforderungen ist für die daraus resultierenden Entscheidungen daher unabdingbar. Die optimale Versorgung der Entscheidungsträger mit allen benötigten Informationen ist somit oberstes Ziel. Dies umfasst auch das Aufzeigen verschiedener Handlungsalternativen mit z.B. ‚what-if-Analysen‘, Simulationen oder Kennzahlenauswertungen, aber auch das Bereitstellen von Standardberichten. 

Merkmale eines Data Warehouse-Systems

Die wesentlichen Merkmale eines Data Warehouses lassen sich wie folgt zusammenfassen:


Wichtige Begriffe des Datenein- und ausgangs sind zudem:

 

Eine Übersicht für Data-Warehouse-Software-Lösungen finden Sie hier >>



Quellen:
1 Mucksch/Behme (Hrsg.): Das Data Warehouse-Konzept, 4. Aufl., Wiesbaden 2000, S. 9ff.
- Witt, F.-J.: Controlling-Lexikon, München 2002.
- Abb. in Anlehnung an Mucksch/Behme, 2000, S. 9. 


letzte Änderung E.R. am 22.08.2017
Autor(en):  Redaktion FS

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